Wein – guten gibt es überall auf der Welt. Nach dem besten suchen Weinliebhaber oft ihr
Leben lang. Einen der besten, sagt man, findet man hier im Westen Deutschlands – im
angeblich ältesten deutschen Weinanbau-Gebiet Mosel-Saar-Ruwer. Den Riesling.
Nachdem er Jahrzehnte im Schatten anderer Rebsorten und Anbaugebiete verbracht hat,
kehrt er nun in die erste Liga der Weine zurück. Zur Freude von Winzern wie Hanno
Zilliken:
OTON1: Hanno Zilliken – Winzer
„Ich denke, wir erleben gerade eine sehr glückliche Phase des deutschen Weinbaus,
diese Riesling-Renaissance, oder die Renaissance des Weinbaus allgemein, von der wir
vor 20 Jahren noch geträumt haben.“
Der Winzer, der ausschließlich Riesling anbaut, wird sein Weingut an der Saar bald an die
11. Generation in der Familie übergeben - an seine Tochter Dorothee. Sie zählt zu einer
neuen Winzergeneration in Deutschland, die sich vor allem durch eines auszeichnet:
Selbstvertrauen. Sie weiß um ihr Know-How, die Qualität ihrer Weine und ihr Potenzial auf
dem internationalen Weinparkett. 70 Prozent ihres Weins, der exportieren die Zillikens ins
Ausland, wo der Riesling oft höher geschätzt wird als in seiner Heimat.
OTON2: Dorothee Zilliken – Winzerin
„Seit den 90er Jahren erlebt die Sorte einen Boom im In- und Ausland. Es gibt eben viele
Gäste, die sehen zuerst auf einer amerikanischen, südafrikanischen, australischen,
japanischen Weinkarte in dem Land unsere Weine und sind dann erstaunt, dass
deutscher Riesling so facettenreich kann.“
Der Riesling profitiert seit jeher von der besonderen Mineralität der Schieferböden im
Weinanbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer. Aber die Wurzeln des Riesling reichen tiefer: Junge
deutsche Winzer wissen um Qualität und Tradition der Rebsorte und haben die Initiative
„Generation Riesling“ gegründet, um den Wein und ihre Anbaumethoden international zu
vermarkten. Einer von ihnen ist Kai Hausen, der mit Freunden einen kleinen Riesling-
Weinberg im Ruwertal bei Trier bewirtschaftet. Hauptberuflich arbeitet er für eine große
Kellerei, privat produziert er seinen eigenen Riesling nach höchsten Standards und ohne
Stress:
OTON3: Kai Hausen - ...bewirtschaftet privat einen Weinberg
„Unsere Philosophie gerade im Keller ist: Nichts tun – weniger ist mehr. Wir lassen ihm
einfach alle Zeit, die er braucht.“
Das Projekt 156, wie sich die Winzerfreunde nennen, ist ein aufwendiges Hobby – mit
einem Ergebnis, das sich langsam unter Weinkennern einen Namen macht. Weil es etwas
Besonderes ist.
OTON 4: Kai Hausen
„Je mehr Zeit man in den Weinberg investiert, desto dankbarer ist er einem, sei es in
Qualität, Menge oder Spaß.“
Menschen wie Kai Hausen und Dorothee Zilliken sind es, die den Riesling nicht seinem
Schicksal, dem schnellen Markt oder Maschinen überlassen, sondern mit behutsamen
Methoden das Beste aus ihren Weinen herausholen.
OTON 5: Dorothee Zilliken – Winzerin
„Man schmeckt wirklich, dass sie von hier sind, sind nicht austausch- oder kopierbar, und
das ist eben auch das Schöne daran.
Nach dem besten Wein kann man lange suchen – es lohnt sich, beim Riesling zu
beginnen.